Die Menschen lieben die Illusion mehr als die Wirklichkeit.
Rupert Schützbach, dt. Aphoristiker

Opel Vectra Umrüstung in den 2-Tank-Betrieb

Es folgte die Entscheidung:
Umbau auf Pflanzenölbetrieb mit einem Umrüstsatz von BioCar.
Am 20/21. Januar 2001 sollte es passieren.Mit Udo Ottl, der sollte sich auch auskennen, denn er hat den Steuerungscomputer
entwickelt und gebaut.
Na dann kann’s ja losgehen...

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Hier der kühlerwasserbeheizte Pflanzenöltank in der Reseveradmulde.
In PU-Schaum eingebettet.
So kann er auch problemlos bei einem Fahrzeugwechsel ausgebaut werden.
Zugleich isoliert der Schaum hervorragend gegen Kälte über mehrere Stunden.

Hier ist eigentlich gar nicht allzu viel zu sehen. Warum? Das hat folgenden Grund: Man hat Großes vor - und scheitert fast an  banalen Dingen...

In diesem Fall wäre ein geschaltetes Zündungsplus notwendig gewesen...

 

 

 

Wer nun denkt das ist ganz einfach... Ha! Der hat noch nicht im Opel danach gesucht.

Nach einer Stunde suchen und messen, basteln und schrauben, wieder messen und nochmals basteln...

 

Dann...

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Hurra !

Da ist es ja. Das Zündungsplus. Übrigens ist dies ein Beweisfoto mit welcher Engelsgeduld, und Professionalität Udo den Umbau vornimmt.
Unsereins hätte den ganzen Rotz schon lange hingeworfen und sich den wahren Freuden des Lebens gewidmet.

Schraub, schraub, Löt, löt...

Noch die letzte Tat... Den beheizten Schlauch an den Radmuldentank anschließen. Dieser wurde ja zuvor in PU-Schaum eingebettet. Nach 3 Stunden ist dieser ausgehärtet und nun einsatzbereit. Die Heizleitung wurde zuvor im Innenraum unter dem Beifahrersitz  verlegt. Man könnte auch sagen meine Mitfahrer sitzen immer auf der Leitung,- der Pflanzenölleitung!

Was hier so einfach ausschaut hat dann doch fast 15 Stunden Einbauzeit benötigt.

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Es folgt noch die erste Betankung (natürlich mit Altpöl), ein Funktionstest, und dann die erste erfolgreiche Pölfahrt am 21.Januar 2001.

Zu danken gilt es hier noch folgenden Personen:

Manfred König - Vorbereitungshelfer.

Udo Ottl - Einbauhelfer, Pannnendienst, Computer-Entwickler.

Hermann Lex “RaDoKaPla - selbstlloser Reparaturschrauber

Nach einem Besuch beim TÜV-Landshut sieht mein FZ-Schein so aus.
Alle anderen Umbauten werden nicht eingetragen, da die Kraftstofferwärmung mit Kühlerwasser erfolgt. Nur Umbauten mit elektrischer Kraftstofferwärmung müssen eingetragen werden, z.B. wie DieselTherm.
Der Pöl-Tank muss vor dem Eintrag eine Druckprüfung über 0,3 Bar nachweisen können, und natürlich sicher befestigt sein.

Opel Vectra im umgerüsteten Zustand (2-Tank-System)

So sieht er jetzt also aus. Eigentlich gar nicht so anders. Bis auf den überdimensionalen Heckscheibenaufkleber. Unten links kann man den Forumsaufkleber “Pöl-Kraftstoff aus der Pflanze” erkennen. Von hinten ist also eines sofort klar:

Ein Pöler! (Pflanzenölfahrer)

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Hier ein Blick in den grossen Vectra-Kofferraum. Nun fehlt halt der Resevereifen. Gut, ich hatte in 14 Jahren Automobilen Lebens noch nie eine Reifenpanne. Und sollte dann doch mal die Luft raus sein,- ich hab eine Dose Pannenspray dabei.

Zur Sicherheit habe ich mir noch einen Metallbügel über den Tank gebaut, um im Falle eines Unfalls das Ding nicht im Nacken zu haben. Der TÜV-Landshut bestätigte mir, das auch eine Eintragung in die FZ-Papiere nur mit diesem Bügel möglich ist. Denn Crashtests hätten erschreckende Ergebnisse gezeigt, Ladung wird mit bis zu 60G durchs Auto katapultiert.

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So kompakt lässt sich die Tankversorgung zusammenbündeln. hier sind folgende Leitungen enthalten: Kühlerwasser Vor/Rücklauf zur Tankwärmung, Pöl-Leitung (Schlauch in Schlauch), Tanktemperaturmessung, Tankfüllstandsgeber.

So sehen meine Sirai Magnetventile aus. Diese zuverlässigen Ventile haben 3/8” Anschlüsse und werden von sehr vielen Pöl-Fahrern benützt. Hier mein Aufbau ohne Trägerplatte. Ein handelsüblicher “Oventrop” Heizölfilter übernimmt die Filterung des Pöls und sorgt gleichzeitig für eine gleichmässige Erwärmung.

Dieser Magnetventilblock wird nicht von BioCar vertrieben!

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Ein Blockschaltbild meiner Sirai-Magnetventil Anordnung.

Die grundsätzliche Verschaltung ist so ausgelegt dass im stromlosen Zustand normaler Dieselbetrieb mit kurzgeschlossenem Rücklauf möglich ist.

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Unmittelbar vor dem Aufbau auf die Trägerplatte ein echter Unterwassertest.

Da freut sich die Hausfrau, endlich der Mann an der Spüle!

Mit einer Fussluftpumpe auf 2 Bar aufgepumpt kommt jedes Leck zu Tage.

Im linken unteren Viertel lässt sich die Magnetventilplatte erahnen. Um sämtliche Versorgungsleitungen und Kraftstoffleitungen zu verlegen musste der Luftfiltereinlass etwas umgebaut werden. Dennoch ist alles ziemlich eng. Ist ja auch ein japanischer Motor, und deshalb muss man wohl kleine, japanische Fummel-Finger haben.... :-)

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So sieht sie also die Heizleitung aus. Innerhalb dieses Schlauches befindet sich die Pflanzenölleitung. Dazwischen, auch zur Tankbeheizung, Kühlerwasser. Der enorme Vorteil dabei ist die komplette Durchwärmung des Pöls. Wichtig ist auch die Beschaffenheit der Innenleitung. Nur PA-Schlauch oder Teflon verwenden. Einige Umrüster nützen auch Kupferrohre.

Und der absolute High-Tech-Knaller! Die Zusatzwasserpumpe zur schnelleren Erwärmung des Systems. Das tolle an dieser “Schrottplatz-Scheibenwas- serpumpe” ist der Preis: 1.-€. Zuerst wurde eine selbstansaugende Zahnradpumpe montiert, die gab aber nach kurzer Zeit den Geist auf. Ergo: Keine Zahnradpumpen für den Dauerbetrieb.

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Diese Filterheizung ermöglicht auch das Fahren im Winter mit Altfett, denn damit bleibt auch bei Minustemperaturen der Filter Öldurchlässig. Das wäre bei einem “normalen, ungeheiztem Dieselfilter wohl eher problematisch.

Links erwärmt Kühlerwasser den Filter, und rechts fliesst das vorgewärmte Pöl durch den Filter. Nur so ist ein Betrieb auch bei Minusgraden problemlos möglich.

An dieser Stelle befand sich früher der Luftresonanzkasten des Luftfilters. Der war aber wohl völlig sinnlos eingebaut. Nun sind hier der beheizte Pöl-Filter, alle Sirai-Magnetventile, sowie die Temperatursensoren untergebracht.

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Der Steuerungscomputer Typ 12. Softwarerelease 2.2.

Nähere Infos zu diesem Computer gibt’s weiter unten.

Direkt unter dem Lichtschalter befindet sich der Computer. Eine gute Position um die Werte abzulesen. Auch eine gute Position um sich täglich die Knie anzuschlagen. Der Einbau in die Mittelkonsole zählt auch zu den Sachen die ich mir vorgenommen habe, aber nie realisiert wurden.

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Meine kleine, feine Pflanzenöltankstelle. (Bis 2003)
Hier stehen meine 200 Liter Fässer direkt im warmen Heizungsraum.

Mit meinen 3 Giesskannen von Minimal zu je 3,99.- DM. Und nicht zu vergessen,- mein OBI Einfülltricher für 9,95.-DM.

Hier die wohl bekannterste Pöl-Pumpe westlich des Horizonts. (äh, oder östlich?) Jedenfalls leider nur noch telefonisch bei Conrad-Electronic zu bestellen. Damaliger Preis : 79.-DM. €?

Bestellnummer: 571298-62

Die schafft sogar kaltes Pöl im Winter... sabbert dann halt ein wenig.

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Und nun zu einem Thema das Sie nicht unbedingt betreffen muss... Aber könnte!

Technische Probleme die an meinem BioCar Umrüstsatz auftraten. Es könnte durchaus sein das diese Fehler mittlerweile konstruktiv von BioCar behoben wurden.
Im Zweifel bitte direkt bei BioCar nachfragen.

  • TÜV-Eintragung des Zusatztanks nur mit Sicherungsbügel möglich.
  • Kunststofffilter (Conrad Wasserfilter) wurde porös, und Kühlerwasser drang dadurch in den Kraftstoffkreislauf. Austausch von BioCar mit Aufpreis zu Oventrop-Heizölfilter. Arbeitsleistung selbst erbracht. (Achtung: Heizölfilter filtern nicht auf Kraftstoffnorm)
  • Motor ruckelt im Teillastbereich stark. An der ESP wurde die Vorwärmung abgeklemmt,  das aber nur wenig Besserung brachte. Problem konnte von BioCar nicht zufriedenstellend behoben werden.
  • Zahnradpumpe zum Wasserumlauf nach wenigen Wochen defekt. Kein Ersatz durch BioCar. Lösung: Scheibenwasserpumpe vom Schrottplatz für 1€.
  • Pflanzenölleitung (Schlauch-In-Schlauch) wurde porös. PUR-Schlauch veträgt heisses Kühlerwasser nicht. Komplette Leitung wurde ausgetauscht. BioCar hat Leitungsmaterial ersetzt, Arbeitsleistung musste selbst erbracht werden.
  • Magnetventile schalten unzuverlässig. Lösung: MV´s werden über Relais an Steuerungscomputer geschalten. Arbeitsleistung durch BioCar gestellt.
  • Magnetventile (Nadelventile) öffnen nach Kaltstart mit Altfetten nicht zuverlässig. Zu geringer Durchfluss. Lösung: Sirai Magnetventile. Keinerlei Unterstützung von BioCar.
  • Kühlerwasserrücklaufleitung wurde nach 2 Jahren porös. Erhebliche Mengen Kühlerwasser im Beifahrerfussraum. Hier war noch der orginale PUR-Schlauch verlegt.
  • Nach 2,5 Jahren rostet der Zusatztank an der Schweißnaht aussen. Ausbesserung mit Rostschutzfarbe und neu lackiert.
  • Die 2-Tank-Computersteuerung im Opel Vectra

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    An dieser Stelle im Cockpit ist also der Steuerungscomputer eingebaut. Die  vollautomatische Schaltzentrale, die eine komfortable Überwachung und Regelung des Umrüstsatzes möglich macht. Denkbar ist auch ein Einbau in der Mittelkonsole. Der Computer ist im Auto sehr flexibel verbaubar, da er nur mit einem DIN-Stecker bzw. Kabel mit den anderen Komponenten verbunden ist.

    Die nun folgenden Erläuterungen werden sehr technisch orientiert sein, da sie die Funktionsweise des Steuerungscomputer beschreiben.

    4 Status LED´s zeigen den Zustand des Systems an.

    Grüne LED: Pflanzenölbetrieb.

    Rote LED: Dieselbetrieb.

    Blaue LED: Wasserumlauf ein.

    Gelbe LED: Pöl-Tank leer.

    Mit der Menü-Taste wandert man durch 3 Hauptmenüs. Mit den +/- Tasten werden die Einstellwerte geklickt.

    Der Schalter wählt zwischen Automatik-Pöl Betrieb und Dieselbetrieb. Mit diesem Schalter wird der Spülzeitpunkt vor dem Abstellen vom Fahrer bestimmt. Hier kann noch keine Automatik eingreifen. Das muss der Fahrer noch entscheiden. Die Automatik gibt den Pöl-Betrieb erst frei wenn alle frei definierbaren Parameter erfüllt sind. Motortemperatur, Tanktemperatur, Filtertemperatur. Nun folgen die 3 Hauptmenüs mit den einstellbaren Untermenüs...

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    Das Menü “Istwerte” scrollt während des Betriebs die aktuellen Werte durch.
    Dies ist auch die “Startseite” des Computers.

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    Aktuelle Kühlerwassertemperatur im inneren Wasserkreislauf.

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    Temperatur des Pöl-Filters im Motorraum.

    Tanktemperatur am Tankboden gemessen.

    Kraftstofftemperatur unmittelbar vor der ESP gemessen.

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    Im Menü “Sollwerte” werden alle Parameter definiert, die auf das jeweilige Fahrzeug zugeschnitten werden können,
    also individuelle Programmierung:

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    Einstellwert für unterste Tanktemperatur. Darunter ist kein Pöl-Bertieb  möglich..

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    Einstellwert für den maximale höchst zulässige Tanktemperatur. Bei erreichen schaltet die Wasserpumpe nicht mehr ein.

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    Spielraum für minimale Tanktemperatur.

    Ab dieser Temperatur ist Pöl-Betrieb möglich. Aber nur in Abhängigkeit von Tank / Motortemperatur.

    Wird die maximale Filtertemperatur erreicht schaltet Wasserumlauf ab.

    Spielraum für maximaler Filtertemperatur.

    Ab dieser Temperatur ist Pöl-Betrieb möglich. Aber nur in Abhängigkeit von Tank / Motortemperatur.

    Bei Einbau einer Kraftstoffglühkerze kann hier die Kraftstofftemperatur eingestellt werden. (Option)

    Spielraum für ESP-Temperatur

    Hier wird der Zeitraum bestimmt ab wann das Rücklaufventil den Kraftstoff wieder in den Dieseltank zurückspült.

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    Bei Einbau eines Tankfüllstandsgeber kann hier die automatische Umschaltzeit zum Dieselbetrieb programmiert werden

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    Hier kann in einem 100 Sekundenraster der Dieselanteil zum Pflanzenöl definiert werden.

    Bei jedem Schaltvorgang gibt der Computer einen”kleinen Pieps “ von sich. Hier wird die Lautstärke justiert.

    Kontrasteinstellung des Displays.

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    Im Menü “Ausgänge” werden die Zustände der Magnetventile außerhalb, oder innerhalb des Regelbereiches eingestellt.

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    Versionnummer der Firmware des Computers. Hier Typ 12. Version 2.2.

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    Wasserumlauf in Automatikfunktion. Steuerung nach Temperatursensoren. Möglich wäre noch: Ein / Aus.

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    Pflanzenölbetrieb in Automatikfunktion. Steuerung nach Temperatursensoren. Möglich wäre noch: Ein / Aus.

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    Kraftstoffheizung in Automatikfunktion. Steuerung nach Temperatursensoren. Möglich wäre noch: Ein / Aus.

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    Dieselrücklauf in Automatikfunktion. Steuerung nach Zeiteingabe. Möglich wäre noch: Ein / Aus.

    Piepser in Automatikfunktion. Pieps nach Regeltätigkeit. Möglich wäre noch: Ein / Aus.

    Wie gesagt, alle Parameter sind frei einstellbar und somit für jede Anwendung brauchbar. Natürlich geht es auch mit ein paar Kabeln und Schaltern, aber nicht so komfortabel.
    Diese Angaben sind ohne jegliche Gewähr auf Vollständigkeit, oder Richtigkeit.
    Die Einstellungen haben hier nur Beispielcharakter.

    Letzte Aktualisierung: 29.10.2008
    Release 9p9
    Online seit 9/2001
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